Zeche Heinrich

Die Zeche Heinrich war ein Steinkohlen Bergwerk in Essen!

Geschichte:

Die Wurzeln der Zeche Heinrich reichen bis in das Jahr 1753 zurück, in dem die Gewerkschaft „Hülscherfeld“ gegründet wurde. 40 Jahre später folgte die Gewerkscahft „Wolfsdelle“. Beide Gewerkschaften wurden unter dem Namen „Wolff“ konsolidiert. Etwa zeitgleich entstanden die beiden Zechen „Wolfsbank“ (1785) und „Hoffnung“ (1798), aus denen am 05.Juni 1801 die Gewerkschaft „Hoffnung“ hervorging.

Zur Steigerung der Rentabilität und als Vorbereitung für einen späteren Tiefbau wurde am 24.September 1809 schließlich aus den beiden Gewerkschaften „Wolff“ und „Hoffnung“ die Gewerkschaft Heinrich gegründet. Der Name „Heinrich“ ging dabei wahrscheinlich auf einen der Hauptgewerken Justus Heinrich Waldthausen zurück.

Schon bei der Gründung der Gewerkschaft der Zeche Heinrich war abzusehen, dass man über kurz oder lang in den Tiefbau gehen musste, da die Flöze über der Stollensohle bald abgebaut sein würden. Der Tiefbau stellte jedoch zu dieser Zeit noch ein Novum dar, und war ohne Geld, Maschinen und Unternehmergeist nicht zu realisieren. Erst mit dem neunten Antrag erfolgte im Jahr 1846 die Freigabe zum Tiefbau und man begann im Januar 1847 mit den Abteufarbeiten für den Schacht. Bei einer Teufe von 52,3 Metern (+12m NHN) wurde das Flöz Mausegatt angetroffen. Von dort wurde eine Wettersohle angesetzt. Mit der Vorrichtung der Wettersohle im Flöz Mausegatt begann auch die erste bescheidene Förderung auf Heinrich.

1847 wurde Schacht Heinrich 1 unterhalb von Überruhr an der Langenberger Straße abgeteuft, er ging 1852 in Förderung. Ab 1858 wurde das Grubenfeld in zwei Grubenabteilungen geführt. Die westliche wurde durch den Schacht Heinrich 1 aufgeschlossen. Die östliche wurde unter Benutzung der Fördereinrichtungen auf der Zeche Vereinigte Charlotte ausgebeutet. 1859 wurde ein kleiner Wetterschacht zwischen den Zechen Heinrich und Charlotte niedergebracht. Ab 1868 wurde die östliche Grubenabteilung an die Zeche Vereinigte Charlotte dauerhaft verpachtet.

Nach Zuerwerb von weiteren Grubenfeldbesitzen wurden die Schächte tiefergeteuft, um die unterhalb der Stollensohlen liegenden Kohlenvorräte zu erschließen. Der Wetterschacht wurde 1882 ausgebaut, Schacht Heinrich 1 erhielt 1884 ein deutsches Strebengerüst als Fördereinrichtung. Die Förderung steigerte sich auf 100.000 t Anthrazitkohle pro Jahr bei 300 Beschäftigten.

1890–1945:

Es wurden zunächst zwei zusätzliche Wetterschächte niedergebracht. Ab 1910 wurde auch die östliche Grubenabteilung von der mittlerweile stillgelegten Zeche Vereinigte Charlotte zurückgenommen.

Der Aufwärtstrend der Zeche Heinrich wurde auch durch den Ersten Weltkrieg nicht unterbrochen. 1916 bis 1918 wurde neben Schacht 1 der Schacht Heinrich 2 niedergebracht. Dieser wurde mit einem gemauerten Förderturm versehen (Hammerkopfturm), der eine Dampffördermaschine besaß. Die Förderung stieg auf 210.000 t Kohle jährlich, es wurden 1000 Mitarbeiter beschäftigt. 1926 wurde eine Brikettfabrik in Betrieb genommen.

1929 kaufte die Gewerkschaft Heinrich den Bergwerksbesitz der Adler Bergbau-AG auf. Die erworbenen Bergwerke wurden zum größten Teil stillgelegt. Die Zeche Charlotte wurde ab 1934 als Zeche Theodor neu in Betrieb genommen. Durch Intensivierung der Aus- und Abbaumaßnahmen stieg die Förderung der Zeche Heinrich auf bis zu 500.000 t Kohle jährlich bei 1400 Beschäftigten.

1945–1968:

Nach der Wiederinbetriebnahme nach Kriegsende wurde 1951 bis 1954 südlich der Schachtanlage 1/2 der Wetterschacht Holthuser Tal niedergebracht. 1952 wandelte sich die Gewerkschaft Heinrich in die Heinrich Bergbau-AG um. Die Zeche Alter Hellweg in Unna wurde als Grubenbesitz dazuerworben.

1957 bis 1958 wurde als neue Zentralförderanlage der Schacht Heinrich 3 neben Schacht 1 und 2 abgeteuft. Dieser übernahm ab 1960 die gesamte Förderung. Schacht 1 blieb Seilfahrtschacht, während Schacht 2 nur noch zu Wetterzwecken offenblieb.

Archivaufnahmen der RAG

Stilllegung:

Schacht Holthuser Tal

Bedingt durch die Kohlekrise wurde 1964 ein Förderverbund mit der Zeche Theodor hergestellt. Die Förderung verblieb auf Heinrich 1/2/3.

Trotzdem beschloss die Heinrich Bergbau-AG die komplette Aufgabe der Bergbaubetriebe 1968. Am 1. April 1968 wurde die Stilllegung für die Förderschachtanlagen Heinrich und die Theodorschächte vollzogen. Die Schächte wurden verfüllt, ausgenommen Schacht Heinrich 3 und Holthuser Tal, die zur Wasserhaltung offenblieben. In dieser Funktion sind diese auch heute noch in Betrieb. Das Fördergerüst über Schacht Heinrich 3 ist erhalten geblieben, weithin sichtbar und ein Teil der Route der Industriekultur.

Auf dem übrigen Zechengelände ist mittlerweile eine Wohnbebauung entstanden. Das Grubenwasser, das heute noch aus dem Schacht Heinrich 3 gehoben wird und aus stillgelegten Grubenfeldern im gesamten Essener Süden sowie Bochumer Südwesten stammt, dient als Trinkwassernotreserve der Stadt Essen. Darüber hinaus muss die Zeche Heinrich stets ausgepumpt werden, weil sonst die Oberhausener City überflutet würde. Der Grund hierfür ist, dass Überruhr-Holthausen (Schachtbezogen) drei Meter über Oberhausen liegt.

Bilder stammen von der RAG

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